Me, Myself and I

Die Talkshow, in der nur einer spricht und keiner zuhört, (fast) live aus dem Kopf des Autors.

Hallo zusammen und ein herzliches Willkommen bei unserer Talkshow!
Als Gastmoderator wird uns diesmal der Tod höchstpersönlich durch das Gespräch leiten, und das Thema diesmal ist:



Hoffnung

Tod: Ich bin der erbarmungslose Schnitter!
I: Aber doch hoffentlich gerade nicht im Dienst?
Tod: Nein, zumindest nicht hier.
Myself: Das läßt einen beruhigt aufatmen.
Tod: Das will ich meinen, denn wer mich sieht, läßt alle Hoffnung fahren!
Me: Mir sträubt sich alles.
I: Das ist eigentlich typisch, Me. Aber Du gewöhnst Dich dran, wie an nahezu alles andere auch.
Myself: Und die Hoffnung stirbt zuletzt.
Tod: Denn alles, was war, was ist, und was sein wird, wird von mir heimgesucht.
Me: Und wie mir davor graust!
I: Und wiederum aus gutem Grund, denn unser Teamwork wäre damit beendet.
Myself: Wie oft habe ich schon deine Nähe gespürt, Gevatter. Jedesmal, wenn ich meine Hoffnungen fahren ließ.
Tod: Denn Hoffen heißt Leben, und die Ausnahmen sind nur gering.
I: Genau. Denn Hoffen heißt, ein Ziel zu haben, auf etwas hinzuarbeiten, einen WEG zu haben, den man beschreitet.
Myself: Das hätte jetzt von mir stammen können. Ja, was ist ein Leben ohne Hoffnung? Ein tristes Dasein, verschwendete Zeit?
Tod: Auf meiner Schwelle sitzend, ohne es zu ahnen oder gar zu wollen.
Me: Dabei gibt es so vieles, was schön ist!
I: Wieder einmal stimme ich Me zu. Es gibt vieles, was einem Freude bereitet, aber die schlimmen Dinge rauben einem die Kraft, und egal, wie klein der Dorn im Fleische ist, man konzentriert sich darauf, weil er stört.
Myself: Oft bildet Hoffnung auch die kleinen Schritte auf dem Lebensweg. Wer hofft nicht auf Anerkennung, Zuneigung und Freundschaft von denjenigen, die ihm nahestehen?
Tod: Ich, denn mein Ziel ist nur die Erfüllung meiner Pflicht.
Myself: Nun gut, das mag sein. Aber obwohl Du es so siehst, und jeder andere Deine Arbeit als selbstverständlich nimmt, so ist ein Dankeschön, oder eine ähnliche Geste, eine kleines Revanchieren, doch etwas Schönes. Vielleicht auch gerade deswegen.
I: Und das auch wieder aus einem einfachen Grund. Was man auch tut, man will es gut machen. Und dafür braucht man eine Bestätigung. Man sucht den Kontakt zu anderen, lacht, spielt, redet trauert miteinander. Man gibt sich Hoffnung, gemeinsam auf dem richtigen Weg zu sein.
Tod: Und so schließt sich der Kreis.
Sterbend, im Tode, ist jeder allein,
bar jeder Hoffnung, gebrechlich und klein.
Me, Myself & I: Doch vorher strebt er seinen Zielen entgegen,
als Treibstoff die Hoffnung, keinem Zweifel erlegen.



Das war's mal wieder mit dieser Talkshow! Für Anregungen, Kritiken, Wünsche für Themen oder Gastmoderatoren bitte direkt an den Boss wenden, unter onkel_orson(at)gmx.de